1. Fußballturnier der Duisburger Weiterbildungspartner

„Tolle Gefühle, tolle Geschichte"

Wenn König Fußball regiert, muss er sich zuweilen den Wetterlaunen fügen - als sich das 1. Sportfest der Duisburger Weiterbildungspartner für diese Sportart als Bindemittel zwischen den Kulturen, Berufen und Weiterbildungspartnern entschied, setzte es mit Blick auf das Wetter auf das Prinzip Hoffnung. Die Wettervorhersage hätte aber kaum schlechter sein können - noch am Vortag des Sportfestes lautete die Vorhersage auf Regen, Kühle und grau verhangenen Himmel. Doch das Wetter strafte alle Pessimisten Lügen. Am Morgen des 14. Juli 2017 tauchte mildes Sommerwetter den Sportplatz der VSG Duisburg an der Wedau in ein sattes, leuchtendes Grün. Neben der Deutschen Angestellten-Akademie Duisburg als Initiatorin und federführende Ausrichterin des Festes gehörten die Duisburger Werkkiste, das Diakoniewerk Duisburg, das Bildungszentrum Handwerk Duisburg sowie das Bildungszentrum des Baugewerbes zu jenen Duisburger Weiterbildungsträgern, die gemeinsam ein Zeichen für Vielfalt und Integration setzen wollten – auch dieses Vorhaben wurde von Erfolg gekrönt, wie der Ausgang des Turniers bestätigte.
 
Ein Fußballturnier unter Weiterbildungsträgern lebt von der Motivation und dem Einsatzwillen vieler Freiwilliger. Nachdem zunächst Peter Horster, Institutsleiter der DAA Deutschen Angestellten-Akademie Duisburg, im vergangenen Jahr einem Mitarbeiter auftrug, „organisieren Sie doch ein Fußballturnier unter einem Motto, das die Mitarbeiter und Teilnehmer der Duisburger Weiterbildungspartner zusammenbringt und das den Zusammenhalt in der Gesellschaft zum Ausdruck bringen soll ", übernahm diese Aufgabe schließlich Markus Sohn. Während er die organisatorischen Fäden in den Händen hielt und dabei von der Koordination und Kommunikation zwischen den Beteiligten sowie der Produktion von Trikots bis zur Erstellung von Wegweisern und Schildern ein großes Spektrum an Tätigkeiten abdeckte, übernahm Maren Bangert, die HoGa-Leitung der DAA, den kulinarischen Teil. Von Getränken bis zu gegrilltem Nacken, Köfte und Geflügelbratwurst – es war für alles bestens gesorgt. Ferner gehörte die Bereitstellung von vier Schiedsrichtern zur professionellen Vorbereitung des Sportfestes. Aber auch hier war mehr Sinn für das Ganze gefragt, als übertriebener Ehrgeiz. Zur Funktion des Schiedsrichters kam Christopher Barwinski etwa wie die Jungfrau zum Kinde: „Ich bin gespannt, mit wieviel Ehrgeiz die Spiele verlaufen und freue mich schon auf diese Herausforderung“.

Durch die Teilnahme von geflüchteten Menschen an dem Turnier bringen die Duisburger Weiterbildungspartner zum Ausdruck, dass über die Altersgrenzen und die Herkunft hinweg, Menschen durch Sport in die Gesellschaft integriert werden. Um dem Turnier den nötigen Pepp zu verleihen, standen mit Kendy Kolbe und Uwe Faltin, zwei "kampferprobte" Stadionsprecher bereit. Ihre markigen Stimmen versetzten die laue Morgenluft auf dem Fußballfeld in kräftige Stimmungen. Vor ihnen standen insgesamt vier Pokale, ein goldener Wanderpokal sowie drei gusseiserne, silberne Pokale, die den Siegeswillen der bunt gemischten Fußballmannschaften anheizten.

Um 9 Uhr war Anpfiff - nachdem bereits um sieben Uhr morgens die Freiwilligen Helfer der DAA die Zelte aufgestellt hatten und die Infrastruktur von Jorge Elgueta und Marco Pörschke bereitgestellt wurde, konnte es losgehen. Wie das Wetter, so war auch der Spielverlauf des Turniers von erheblicher Spannung. In zwei Sechsergruppen spielten 12 Mannschaften in der Vorrunde gegeneinander, es kam also zu fünf Spielen pro Mannschaft. Die Erst- und Zweitplatzierten der Vorrunde schafften es ins Halbfinale. Dazu gehörte die Mannschaften des Bildungszentrums Handwerk Duisburg, die Duisburger Werkkiste, das DAA Förderzentrum für Flüchtlinge und die zweite Mitarbeitermannschaft der DAA. "Alle wollten gewinnen und den Pokal in den Händen halten", bilanzierte Markus Sohn die Vorrunde. Dabei machte besonders Zaihou (Bild: oben rechts), der 20-jährige Stürmer vom Team DAA Förderzentrum für Flüchtlinge auf seine fußballerische Klasse aufmerksam. Der junge Mann aus Gambia spielte in der ersten Liga des Landes und hatte das Glück, mit seiner Familie in Deutschland zusammengeführt zu werden. Er schaffte es mit seiner Mannschaft ins Finale, wo noch einmal große Spannung aufkam, da es zum Ende der Spielzeit unentschieden stand. Daher musste das Neunmeterschießen entscheiden. Hier setzte sich zunächst das Bildungszentrum Handwerk Duisburg mit einem Treffer Vorsprung von der Mannschaft des DAA Förderzentrums für Flüchtlinge ab. Doch dann entschieden die Nerven der Mannschaft mit den gelben T-Shirts, in der auch Zaihou spielte, die Partie. Mit dem letzten Tor sicherten sie sich den Turniersieg, woraufhin sie ausgelassen jubelten. Über den dritten Platz freute sich die Duisburger Werkkiste. Die erstplatzierten Mannschaften erhielten jeweils einen Pokal, während der Sieger zusätzlich den Wanderpokal in Empfang nahm. Trotz seiner Profi-Erfolge in Gambia war Zaihous Freude über den glücklichen Erfolg ausgesprochen ausgelassen: "Für uns war der Turniersieg etwas Besonderes, eine große Ehre. Alle sind zu mir gerannt, haben mich und die Mannschaft beglückwünscht. Das hat mich und meine Familie sehr gefreut.“

Nicht nur der Ausgang des Turniers war wie gemalt: „Der schönste Moment war derjenige, in dem man gespürt hat, wofür wir als Bildungsträger dieses Turnier veranstaltet haben – das Erleben von purer Freude und das ausgelassene Feiern der Gewinner, die sportlich sowie aufgrund der schwierigen Situation in ihren Heimatländern den Sieg einfach nur verdient haben. Tolle Gefühle, tolle Geschichte.“ resümiert Markus Sohn. Es deutet aufgrund der positiven Rückmeldung der Duisburger Weiterbildungspartner vieles daraufhin, dass diese Erfolgsgeschichte im nächsten Jahr fortgeschrieben wird.

 

Autor: Peer Zickgraf